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Häufig gestellte Fragen

F: Sind die Adventisten eine Sekte?

A: Sie sind keine Sekte sondern eine Freikirche - ähnlich der Evangelisch-Methodistischen Kirche. Dass manche Leute und auch Lexica uns immer noch so nennen, damit können wir leben.

F: Sind die Adventisten Mitglied in der Deutschen Evangelischen Allianz?

A: Ja.

F: Wie finanzieren sich die Adventisten?:

A: Die Freikirche ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und nimmt die damit verbundenen Rechte in Anspruch. Sie erhält keine direkten Mittelzuwendungen vom Staat. Ihre Finanzierung erfolgt über die freiwilligen Gaben der Mitglieder. Diese sehen sich in der Regel dem Zehnten-Gebot der Bibel verpflichtet.

F: Warum beachten die Adventisten den siebenten Wochentag  als Ruhetag?

A: Weil der Sabbat im vierten Gebot des Dekalogs (2. Mose 20) verankert ist. Wir wollen uns aber mit der Sabbatheiligung keinen moralischen Sonderstatus erarbeiten, sondern damit Gott die Ehre geben, der diesen Tag geheiligt, gesegnet und den Menschen als Ruhetag geschenkt hat. Der Sabbat ist für uns nicht nur der Tag des Gottesdienstes sondern auch Tag der Arbeitsruhe.

F: Warum berechneten die Adventisten für 1844 die Wiederkunft Christi?

A: Es gab in der 1. Hälfte des 19. Jh. unter den Christen Nordamerikas eine breite Wiederkunftserwartung, die sich auf die Prophezeiungen Daniels (Da. 8,14) stützte. Als diese zusammenbrach, blieb eine Gruppe von Gläubigen beisammen und gründete 1863 die Seventh-Days-Adventist-Church, die sich trotz der damaligen Enttäuschung der Botschaft vom bald wiederkommenden Herrn verpflichtet weiß. Die Freikirche selbst hat seit ihrer Gründung nie einen Termin der Wiederkunft Christi berechnet.

F: Vertreten die Adventisten den Anspruch, dass  sie allein selig werden?

A: Nein, denn Gott macht nicht Kirchen selig sondern einzelne Personen. Wir glauben, dass Gott vor der Wiederkunft seines Sohnes auf dieser Erde Menschen  sammelt, die geduldig auf ihn warten, den Glauben an Jesus haben und die Gebote Gottes hochhalten (Offb. 22,14). Zu dieser unsichtbaren Gemeinde möchten die Adventisten gehören.

F: Glauben die Adventisten an die Sechstageschöpfung?

A: Gott sagt in seinem Wort, dass er die Erde in sechs Tagen geschaffen hat. Wir vertrauen darauf, dass er uns auch hier die Wahrheit sagt. Wir lehnen jede Form eines Evolutionsglaubens ab. Gott hat durch sein lebendiges Wort geschaffen, nicht durch millionenfachen Tod über eine wie auch immer geartete Evolution.

F: Wie läuft ein Gottesdienst bei den Adventisten ab?

A: Der Gottesdienst besteht aus verschiedenen Elementen. In verschiedenen Gemeinden gibt es gering unterschiedliche Gottesdienstformen. In der Gemeinde Stralsund beginnen wir mit einem Anbetungsteil (Gemeindegesang und Gebet des Gottesdienstleiters), dann folgt ein Teil "Lebendige Gemeinde", in dem jeder Anwesende ein Anliegen, eine Erfahrung, eine Not oder die Bitte um Fürbitte für eine Person oder wegen eines Problems ausdrücken kann. Danach teilen wir uns in mehrere Gruppen von ca. 10 Teilnehmern und diskutieren ein Thema des sog. Bibelstudienheftes, das jedem Gemeindeglied   zur Verfügung steht. Danach ist eine kurze Pause. Im nächsten Teil des Gottesdienstes erfolgt eine Wortverkündigung (Predigt) von 30-45 Min. Der Gottesdienst endet mit Gemeindegesang und Gebet. Manchmal schließt sich ein gemeinsames Mittagessen (Potluck) an.

F: Welche Auffassung vertreten die Adventisten zu Tod und Ewigkeit?

A: Der Tod ist das Schicksal aller Menschen, weil sie gesündigt haben (Röm. 6,23). Im Tod schläft der Mensch (Joh. 11,11) bis zu seiner Auferstehung (Matth. 22,31). Gott möchte die Gerechten auf ewig bei sich haben (Röm. 10,9.10) und lässt sie auf einer erneuerten Erde wohnen. Die Gottlosen erleben ebenfalls eine Auferstehung, um Christus, den sie verschmähten, zu sehen und ihr Urteil zu empfangen. Danach fallen sie in einen zweiten ewigen Todeszustand (Offb. 21,8).

F. Gibt es eine ewig brennende Hölle?

A: Manche Bibeltexte (Mark. 9,43) können in dieser Richtung missverstanden werden. Wenn die Bibel von "einem ewigen Feuer" spricht, so meint sie damit eine radikale und vollständige Vernichtung, die Satan, seinen Anhang und alle Gottesverächter treffen wird. Wäre das Höllenfeuer "ewig", so würden ja auch alle Gottlosen und Satan ewige Existenz haben. Aber nur Gott allein hat "Unsterblichkeit" (1.Tim. 6,16) - und diejenigen, denen er als Lohn die "Unsterblichkeit anzieht" wie ein Kleid (1. Kor. 15,53). Eine ewige Höllenqual der Heilsverächter wäre  mit dem Charakter Gottes nicht vereinbar.

F. Ist der Teufel ein Prinzip oder eine Person?

A: Jesus sagte: Ich sah den Satan vom Himmel fallen wie einen Blitz (Luk. 10,19). Hiob 1,6 berichtet, wie Satan sich persönlich an Gott wendet und mit ihm über den frommen Hiob diskutiert. Nach Offb. 12,9 ist Satan ein anderer Name für den Teufel. Satan hat übernatürliche Kräfte und Fähigkeiten und ein Heer von ihm hörigen Helfern. Er ist allerdings kein "Gegengott". Dem himmlischen Hofstaat entstammend, wuchs in seinem Herzen das Gift des Neides und der Überheblichkeit. Er stellte Gottes Gerechtigkeit in Frage, sammelte unter den Engeln Anhänger und versucht seitdem, Gottes Absichten mit der Schöpfung und den Menschen zu durchkreuzen. Gott hat ihm die Erde als Wirkungsort zugewiesen, wo er seit den Tagen des Paradieses Menschen zu verführen versucht. Satan ist ein persönliches Wesen, das in Gottes Endgericht seinen Untergang finden wird.

F. Wie "bald" kommt der jüngste Tag und das Endgericht Gottes?

A: Sowohl das Alte (Dan. 2; Mal. 3,19) als auch das neue Testament (2. Petr. 3) sprechen davon, dass Gott die Weltgeschichte nicht ewig weiterlaufen lässt sondern einem Ende zuführt. Im Laufe der Jahrhunderte haben viele  einen Untergang der Welt in einem göttlichen Endgericht schlichtweg für Phantasie gehalten und tun es heute noch (2. Petr. 3,3.4) Andere sehn(t)en sich nach dem baldigen Kommen ihres Herrn (2. Petr. 3,13). Sie wissen, dass Gott ein Ende machen und die Auferstehung seiner Getreuen (Dan. 12,13) herbeiführen wird. Wann?  Paulus glaubte an die Wiederkunft Jesu zu seiner Zeit (1. Kor. 15,51). Viele liberale Theologen weisen heute  das Kommen Christi in eine weite Zukunft. Doch selbst Atheisten zweifeln immer  öfter an einem stabilen Bestand unserer Erde. Bestimmte Ereignisse in den Schlagzeilen unserer Tage decken sich verblüffend genau mit Jesu Beschreibung der Zeit kurz vor seinem Kommen (Matth. 24 u. 25). Adventisten lehren, dass sich  die Menschheit in ihrer letzten Phase befindet. Bibelworte, die das "bald" betonen (Offb. 22,20) sowie andere, die das "plötzlich und unverhofft" (Matth. 25) unterstreichen, mahnen uns zur Wachsamkeit. Gott hat absichtlich das "bald" nicht mit einem Datum versehen, damit alle stets bereit sind.

F. Was ist bei den Adventisten die "Generalkonferenz"?

A: Der Begriff bezeichnet einerseits die alle 5 Jahre stattfindende Welthauptversammlung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (Delegiertenversammlung) - andererseits auch das Leitungsgremium, welches an der Spitze der Weltkirche steht und diese leitet.

F. Wie stehen die Adventisten zur Ökumenischen Bewegung?

A: Die sog. "Ökumene" bezeichnet den Wunschtraum vieler  Christen nach weltweiter Einheit aller Christen. Unsere Freikirche beobachtet alle Bemühungen in dieser Richtung sehr aufmerksam. Eine Welteinheitskirche in Übereinstimmung mit den Grundsätzen Jesu wäre eine wunderbare Sache. Eine ökumenische Einheitskirche, die die Glaubensfreiheit des Einzelnen missachtet und gewaltsam Opportunität zu erzeugen suchte, wäre fatal. Auf jeden Fall wird Gott mit der Errichtung seines Reiches am Jüngsten Tag eine wahrhafte "Ökumene" herstellen.

F: Warum taufen die Adventisten keine Säuglinge?

A: Dafür gibt es verschiedene Gründe. An den Anfang eines Lebens mit Christus steht nach den Worten Jesu  die Glaubenstaufe. Mark. 16,16 "Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig." Säuglinge aber haben noch kein "Glaubensleben". Auch in der Urgemeinde wurden Menschen erst dann getauft, nachdem sie "sein Wort angenommen" (Apg. 2,41) hatten. Auch eine Notwendigkeit, Säuglinge oder Kleinkinder zu taufen, um sie durch diese Handlung etwa vor dem ewigen Tod zu retten, besteht nicht. Ein derart magisches Verständnis der Taufhandlung gibt das Neue Testament nicht her.(Zum Beispiel hat Jesus dem Schächer zu seiner Rechten den Eingang ins Reich Gottes zugesagt, auch ohne dass dieser zuvor getauft war.) Taufe versinnbildet die Umkehr (Buße) eines Menschen zu Gott. Sie dient auch dem Abwaschen von Sünden (Apg. 22,16) Adventisten taufen einen unterrichteten Menschen - etwa so wie Philippus den Kämmerer aus Äthiopien (Apg. 8, 30-38). Dazu ist ein Mindestalter notwendig, das bei den Adventisten zwar nicht festgelegt ist, jedoch eine Säuglingstaufe ausschließt.

F: Warum lässt sich die Existenz Gottes nicht beweisen?

A:  In Beantwortung dieser Frage sind dicke Bücher geschrieben worden. Sowohl die Existenz als auch die Nichtexistenz Gottes lassen sich in der Tat nicht beweisen. Die fehlende Vorzeigbarkeit Gottes ist ein Zeichen seiner Göttlichkeit. Ein "nachgewiesener" Gott wäre ein verfügbarer Gott. Das Fehlen sog. Gottesbeweise schließt die Möglichkeit, Ihn zu erkennen und mit Ihm zu leben, nicht aus. Der Weg des Menschen zu Gott ist der Weg des Vertrauens in diesen Gott und in Seinen Sohn (Joh. 14,6). Wer dieses Vertrauen (Glauben) nicht aufbringt, den wird Gott auch nicht mit einem "Beweis" gewaltsam zur Anerkennung Seiner Existenz zwingen.

F: Ihre Antwort zum Thema "Jüngster Tag" und "Endgericht" befriedigt mich nicht. Sollten Christen nicht gemeinsam alles daran setzen, die Zustände auf dieser Erde zu bessern? Wäre das nicht ein Beitrag der Nächstenliebe? Sind Adventisten bereit, sich in dieser Welt gesellschaftlich zu engagieren?

A: Jesus hat  in Matth. 24  die Zukunft der Welt beschrieben. Seine Worte haben sich bewahrheitet. Keine Herrschaftswechsel und keine Revolutionen haben Unrecht, Hunger und Gewalt beseitigen können. Die heutige Welt opfert Rohstoffe und Energien verschwenderisch ihren Kriegen oder übertriebenen Ansprüchen.  Bezogen auf die Menschen sind Erleben und Konsum die Zauberworte unserer Zeit- zumindest im reichen Norden. Die traurigen Zustände in unserer Welt zeigen zugleich das große Bedürfnis nach Hilfe. Natürlich wäre es falsch, wenn Gläubige das Interesse an den Problemen der Erde verlören und sich auf eine Zuschauerrolle beschränkten. Gott hat sich ja auch nicht von der Welt zurückgezogen (Matth. 5,45). Alles, was unserer Welt und den Menschen hilft und nützt, ist es wert, unterstützt zu werden. Adventisten nehmen alle Möglichkeiten wahr, Not zu lindern und Menschen zu zeigen, dass sie ihnen nicht gleichgültig sind. Sie übernehmen auch gesellschaftliche Verantwortung. Dabei sind sie sich aber darüber im Klaren, dass die Welt durch kein noch so intensives Engagement "gerettet" werden kann. Das wird allein Gott tun. 

F: Ich las, dass am 21.12.2012 die Welt untergehe. Sind  Wiederkunft Jesu und Weltuntergang identisch? Muss man davor Angst haben?

A: Die Behauptungen, dass zu einem bestimmten Datum der Weltuntergang erfolgt, tauchen immer wieder in den Medien auf. Das Datum 21.12.2012 geht angeblich aus dem Maya-Kalender hervor, dessen Zeitrechnung bis zu diesem Datum reiche und dann abbreche. Von google bekommt man zum Stichwort "Weltuntergang 2012"  10 500 Quellen angeboten. In einer von ihnen sind 119 Weltuntergangsdaten aufgelistet, beginnend mit 30 nach Chr., endend mit 2076. Lt. biblischer Auskunft  wird tatsächlich der Untergang der jetzigen Welt gleichzeitig mit der Wiederkunft Christi stattfinden (Matth. 24,30) Von der Bibel vorausgesagt wird auch, dass dieses Ereignis von den Menschen nicht erwartet und für wahr angesehen werden wird (2.Petr. 3,3), obwohl ein Weltfinale in einer ökologischen Katastrophe oder einem großen Krieg vielen Forschern und Politikern heute durchaus real erscheint. Eine Berechnung oder Voraussage des Weltuntergangszeitpunkts wird von der Bibel als sinnlos angesehen (Matth. 24,36). Gleichwohl werden alle Menschen immer wieder aufgefordert, wachsam zu sein und sich persönlich auf das  "Ende" (sei es nun kosmisch oder individuell) vorzubereiten. Angst muss derjenige haben, der meint, den Gerichtstag Gottes in seiner eigenen Gerechtigkeit bestehen zu können.

F: Warum lässt Gott auch seine Kinder leiden und errettet sie nicht aus jeder Not?

A: Die Gläubigen aller Zeiten berichten und berichteten von erstaunlichen Gebetserhörungen, Rettungen aus Todesnot und Krankheit. Jedoch nicht in jedem Falle nehmen menschliche Verlegenheiten das  erbetene gute Ende. Gottes Leute mussten z.B. manchmal auch als Bekenner den Märtyrertod erleiden. Es gibt sicher verschiedene Gründe für Gottes unterschiedliches Handeln. In seiner neuen Welt wird Gott den Betreffenden erklären, warum ihr Schicksal seinen entsprechenden Verlauf nehmen musste. Würde Gott nur seine Nachfolger segnen und bewahren, alle andern Menschen aber nicht, würden Menschen sich aus Angst oder Vorteilsdenken zu Ihm halten. Genau das will Gott nicht. Er möchte, dass wir Ihn lieben und Ihm gehorsam sind - auch wenn unsere Gebete manchmal nicht oder anders erhört werden, als wir es uns wünschen.

F: Ich kenne wirklich gute Menschen, die mehr für andere tun als so mancher bekennende Christ. Mich bewegen zwei Fragen: Hat Gott seine Freude an ihnen? Werden sie in Gottes neue Welt aufgenommen werden?

A: Gott ist die Liebe in Person; Er ist ein Freund des Guten. Er freut sich über jede Tat der Liebe, die ein Mensch vollbringt. Jedoch niemand wird in Gottes neue Welt kommen, nur weil er Gutes getan hat. Dabei spielt auch die Menge oder Intensität der guten Werke keine Rolle. Nicht alles, was vor unseren Augen "gut" erscheint, muss auch in Gottes Augen gut sein - wenn wir nur an die nur für Gott sichtbare Motivation denken. In Gottes neue Welt werden nur "Gerechte" aufgenommen werden. Gerechtigkeit aber muss sich jeder Mensch von Gott schenken lassen, indem er sich unter das Blut des gerechten und  für uns gestorbenen Gottessohnes stellt, und sodann von Ihm gerecht sprechen lässt.

F: Ich habe gehört, dass die Adventisten kein Schweinefleisch essen. Warum unterwerfen sie sich alttestamentlichen Vorschriften?

A: Die Unterscheidung reiner und unreiner Nahrung ist in der Tat eine alttestamentliche Vorschrift (3. Mose 11). Sie wurde und wird zwar von den Juden beachtet, aber sie ist eine Weisung Gottes, die es schon lange vor Israel gab. Schon bei der Sintflut setzte Gott voraus, dass Noah sie kannte (1. Mose 7,2). Daraus schließen wir, dass sie ein Gebot Gottes ist, dass auch außerhalb des jüdischen Volkes gilt. Obwohl die moderne Medizin und Ernährungswissenschaft heute weiß, dass auch aus gesundheitlichen Gründen die Beachtung sinnvoll ist, gab Gott als einzige Begründung für die Unterscheidung von rein und unrein an: "Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig!(3. Mose 11, 45).

F: Ich kann in der Bibel kein Alkoholverbot finden? Warum ist Alkoholgenuss bei den Adventisten verboten?

A: Richtig ist, dass  in der Bibel kein absolutes Alkoholverbot genannt wird. Andererseits lassen sehr viele Aussagen der Bibel keinen Zweifel daran, dass Alkoholgenuss menschliches Leben beschädigt und oft zerstört (1. Mose 9,21; Sprüche 23,31; Röm. 14,21; Eph. 5,18). Paulus erinnert daran (1. Kor. 3,16), dass der Mensch ein Tempel Gottes ist. Wir sind der Meinung, dass ein (be)trunkener Mensch Gott keine Ehre macht und kein Wohnort des Heiligen Geistes sein kann. - Die meisten Adventisten leben abstinent und versuchen, ihre Mitmenschen vor der Gefahr des Alkohols zu warnen. Alkoholabhängigkeit ist heute in allen Ländern der Welt ein zunehmendes Problem. Hier wollen Adventisten durch ihr Beispiel ein Gegengewicht bilden.

F: Kreationisten glauben, dass die Welt nur ungefähr 6000 Jahre alt ist. Sind die Adventisten auch dieser Meinung?

A:  Wie in einer Antwort weiter oben bereits gesagt, glauben die meisten Adventisten an die Sechstageschöpfung. Eine Sechstageschöpfung schließt nicht aus, dass der Planet Erde bereits vorher als  unbelebter Himmelskörper bestanden hat. Der erste Vers des Schöpfungsberichts "Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde" könnte so verstanden werden. Das wiederum würde zusammenpassen mit Altersvermutungen für Gesteine der Erdkruste, die höher sind als die 6000 Jahre, die sich anhand der alttestamentlichen Lebensalter-Angaben der Patriarchen für den Zeitraum seit der Schöpfung errechnen lassen. Ob die Schöpfung vor 6000 Jahren stattfand, oder  ungefähr vor 6000 Jahren, gibt die Bibel mit letzter Genauigkeit nicht her. Wir glauben aber, dass das Leben nicht schon vor 3 Milliarden Jahren auf der Erde irgendwie begann sondern  erst seit Gottes Schöpfungstat. Die Denkmöglichkeit, dass Gott mittels Evolution (also durch millionenfachen Tod) schuf (Hans Küng), lehnen wir ab, weil sie mit dem Charakter des Gottes, der sich uns in der Bibel offenbart, nicht zusammenpasst. Sterben und Tod waren nicht Gottes Werkzeuge zur Erschaffung von Leben; sie sind Folge der Sünde.

F: Da Gott alles weiß, musste er auch voraussehen, dass das "Experiment" der Erschaffung von Engeln und später Menschen, die mit freier Entscheidungsmöglichkeit ausgestattet sind, negativ ausgehen würde. Warum hat er sich dennoch darauf eingelassen?

A:  Sie stellen einer der schwierigsten Fragen, die es gibt. Ich würde die Antwort  am liebsten Gott selber überlassen. Die Bibel sagt uns, dass Gott ein liebendes Wesen ist. Wer liebt, ist nicht gerne allein, denn Liebe braucht immer ein Gegenüber. Zwar sagt die Bibel, dass Gott ein plurales Wesen ist - wenn man nur an den Sohn Gottes denkt. Jedoch gab offenbar nur die Erschaffung weiterer Wesen  Gott die Möglichkeit, seiner Liebe höchsten  Ausdruck zu verleihen. Das  genannte "Experiment" schloss in der Tat das Scheitern ein, weil Gott  keine Marionetten sondern Wesen mit freiem Willen geschaffen hat. Das im Voraus zu wissen, und es dennoch zu tun, ist  schwer zu begreifen. Vielleicht hilft folgende Überlegung:  Menschen lassen sich auf die Zeugung von Kindern ein, obwohl sie wissen, dass ihnen diese Entscheidung einerseits zwar viel Seligkeit bringen wird, andererseits aber das Risiko von schlaflosen Nächten, Ängsten, Demütigungen, Enttäuschungen, Leid, von Verlusten und  sogar Tod einschließt. Sie tun es trotzdem - warum?

F: Welche Rolle spielt Ellen G. White bei den Adventisten?

A: Ellen G. White starb 1915 und ist fast 90 Jahre alt geworden. Sie lebte in den USA und war an den Anfängen der Adventbewegung in Amerika beteiligt. Sie war zu ihrer Zeit wahrscheinlich diejenige amerikanische Schriftstellerin, die am meisten gelesen wurde. Ihr Buch "Der Weg zu Christo" gehört noch heute zu den Standardwerken christlicher Literatur. Das Besondere an ihr war, dass sie in einer Vielzahl von "Gesichten" göttliche Botschaften empfing, die sie an die junge Adventbewegung, aus der 1863 die Seventh-Days-Adventist-Church entstand, weitergab. Sie selbst hat in der jungen Kirche nie ein Amt bekleidet, jedoch mit ihrem Rat dazu beigetragen, dass aus einer kleinen lokalen Gemeinschaft eine heute weltweit vertretene Kirche geworden ist. Wer E.G.White näher kennen lernen möchte, der lese ihr Werk  "Der Große Kampf".

F: Ich habe einen siebenjährigen Enkel gehabt, der an Krebs verstarb. Auf der Beerdigung sagte der Pfarrer, der Tod des Jungen sei "Gottes Wille" gewesen. Darüber habe ich mich maßlos geärgert. Was sagen Sie dazu?

A: Gottes Absicht für jeden Menschen, auch für Ihren Enkel, ist das Leben, nicht der Tod. Jesus sagte während seiner Erdenzeit zu seinen Zeitgenossen: Ich bin gekommen, dass sie das Leben und volle Genüge haben (Joh. 10,10). Auf Grund der Verstrickung der Menschheit in die Sünde sind alle Menschen dem Tode verfallen. Letztlich weiß das auch ein jeder von uns - ob er nun an Gott glaubt oder nicht. Niemand von uns hat einen Anspruch auf ein langes und gesundes Leben. Daher können wir auch bei einem unserer Meinung nach vorzeitigen oder besonders qualvollen Tod keine "Garantieansprüche" reklamieren. Auch beim Tode Ihres Enkels war Gott traurig. Gott wollte nicht, dass er sterben musste. Ich weiß nicht, wie die Worte jenes Pfarrers geklungen haben. Vielleicht wollte er ausdrücken, dass nichts in unserem Leben ohne Gottes Wissen geschieht (Lesen Sie hierzu auch weiter oben die Antwort auf die Frage nach Tod und Ewigkeit!).

F: Wie lassen Adventisten sich bestatten? Ist die Feuerbestattung von der Bibel her legitimiert?

A: Manche Christen lehnen die Einäscherung Verstorbener ab. Der Grund dafür liegt darin, dass sie nicht als Gottesleugner bezeichnet werden wollen. Die Anhänger des modernen Atheismus der letzten 1-2 Jahrhunderte entschieden sich in einer Art Protesthaltung gegen den biblischen Auferstehungsglauben immer öfter bewusst für die Urne. Zugrunde liegt die naive Überlegung: Gott kann einen verbrannten Menschen nicht auferstehen lassen und somit nicht vor sein Gericht stellen. Somit ist bis heute bei vielen Menschen die Feuerbestattung das Zeichen einer bewussten Gottesleugnung. (Natürlich gibt es auch ganz vordergründig-praktische Gründe für ein Urnengrab.)Damit Christen nicht für Gottesleugner gehalten werden, legen sie vielfach bis heute Wert auf ein Erdgrab. Die Bibel gibt weder im Alten noch im Neuen Testament Anweisungen für die Bestattung Verstorbener. Wollten wir die Beisetzungskultur der Zeit Jesu kopieren, so müssten wir unsere Toten hinter Steinmauern unter Luftzufuhr verwesen lassen (Joh. 11,38.39). Gott wird alle Menschen am Jüngsten Tag vor sein Angesicht stellen. Dabei ist er nicht auf die Materie angewiesen, die ins Grab oder in eine Urne gelegt wurde. Auferstehung ist Neuschöpfung, nicht das Lebendig-Werden verwester Knochen. Wichtiger als Überlegungen zur Bestattungsform ist die persönliche Vorbereitung auf das eigene Sterben. Es gibt bei den Adventisten keine empfohlene Bestattungsform.

F. Ich las, dass sich Ihre Gemeinschaft seit dem Jahr 2009 in Freikirche umbenannt hat. Gilt das weltweit? Was bedeutet das?

A: In der Tat haben wir uns im gesamten deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, gesamte Schweiz) in  "Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten" umbenannt. In anderen Teilen der Erde sind wir schon immer "Church". In unserem Bereich hatte das Wort Kirche viele Jahrzehnte hindurch unter Adventisten keinen so guten Klang. Wir wollten nicht mit den großen Volkskirchen verwechselt werden. Inzwischen sehen wir die Bezeichnung Freikirche mit anderen Augen. Mit der neuen Bezeichnung stellen wir uns bewusst an die Seite anderer Freikirchen (z.B. Baptisten, Methodisten).Freikirche bedeutet: unabhängig vom Staat, Freiwilligkeit der Mitglieder  beim Eintritt. Wir meinen, dass der neue Begriff unserem Selbstbild besser gerecht wird als der aus dem 19.Jhd. stammende Ausdruck Gemeinschaft.

F.: Was ist FiD?

A: Es handelt sich um die Abkürzung für „Freikirche in Deutschland“. In Deutschland gehört jede Adventgemeinde zu einem der beiden sogenannten Verbände, dem Süddeutschen oder dem Norddeutschen Verband. Beide Verbände lenken und verantworten den Dienst  der Freikirche in ihren Territorien. Jedem Verband  steht ein Verbandsvorsteher (Präsident) vor. Ihn unterstützen und beraten mehrere Abteilungsleiter und ein aus ca. 20 Gemeindegliedern bestehender Ausschuss. Wenn die beiden Verbandsleitungen einschließlich ihrer Ausschüsse zusammen kommen, um gemeinsame Ziele zu verfolgen und Verantwortlichkeiten zu vertreten, sind sie die FiD. Die FiD ist keine eigene Verwaltungsebene.

 

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Unser schönes  Haus (Baujahr 1994) ist ein Fertigteilbau, der über die Grundstücksverwaltung unserer Freikirche finanziert wurde. Es flossen Spendenmittel aller Gemeinden Deutschlands in diesen Bau. Dafür sind wir allen Gebern dankbar.

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